Diese bösen Isländer…

Auf in den Sozialismus
Natürlich nur beim Versagen der Banken – da werden die Verluste sozialisiert. Fällt eine Bank aus, springt der Staat ein (wenn sie nur groß genug ist). Der Staat, das sind wir, d.h. wir zahlen für Misswirtschaft und Unvermögen der Banker. Einseitiger Sozialismus zulasten der Steuerzahler.
So gut möchte ichs auch mal haben. Ich mach dann mal ein paar Milliönchen Schulden, der Staat – ach nein – alle Steuerbürger werden schon dafür aufkommen…

Island macht das anders:
Bei der 2. Volksabstimmung am Wochenende haben die Isländer ein Abkommen zur Tilgung der Schulden der insolventen Bank Icesave durch den Staat (also durch den isländischen Steuerzahler) abgelehnt.

Nun droht man dem Volk, wird es schwerer, in die EU rein zu kommen. Und was sagen die Isländer, dies undankbaren Nordlichter??? „Schade eigentlich, dann bekommen wir keinen E-10 Sprit, keinen Ersatz normaler Glühbirnen durch quecksilberhaltige Giftleuchtmittel und wir dürfen auch nicht für die Schulden von Griechenland, Irland, Portugal etc. aufkommen.“
Rechnen muss man allerdings mit der Standhaftigkeit der Politiker: Wahrscheinlich wird solange abgestimmt, bis das Ergebnis denen passt. Im Mai 2010 haben noch 93% der Isländer mit „nein“ abgestimmt, jetzt waren es „nur noch“ 59,8%.

Schulden der EU-Länder werden auch sozialisiert
Bei den Schulden von Griechenland, Irland und Portugal haben die Investoren (meist Banken) die Anleihen zu hohen Zinsen gezeichnet, zahlen bei einem Ausfall den Preis dafür und müssen Ausfälle verbuchen… bzw., siehe oben, die zahlt natürlich wieder mal der Steuerzahler.

(Quelle: Heißmanns Börsenkommentare, ein Infobrief der gevestor.de)

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